Die Ästhetik des Diversen. Versuch über den Exotismus nach Victor Segalen (Masterarbeit, Edition)
Buchgestaltung, Illustration, Redaktion und Text, 2015

156 x 234 mm, 180 Seiten, gebunden mit Hardcover

In den 1970er Jahren versammelten sich sechs Menschen, die eines gemeinsam hatten: 
Sie wollten das Schweigen, um nicht zu sagen, das Vergessen um Victor Segalens 
»Ästhetik des Diversen« verhindern. Sie kamen dem Leser in Form eines einleitenden Vorgesprächs 
entgegen, welches sich der Lebensgeschichte des Autors Segalen annimmt, seine bisherigen 
Werke beleuchtet und die vorliegenden Aufzeichnungen davon differenziert. Die Herausgeber 
Hans-Jürgen Heinrichs und Jean Jamin publizierten den der neuen Edition zugrunde 
liegenden »Essai sur l'exotisme« (franz. Originaltitel) im Jahr 1983 im Qumran Verlag Ffm.

Ein starkes Indiz für unterschiedliche Wertauffassungen ist wohl 
der Hund, der beste Freund des Menschen. Wie verschieden die Vorlieben 
sein können, zeigt sich anhand von Züchtungen.

 

»Tropenschönheiten« waren aus europäischer Sicht ein
beliebtes Symbol, um die exotische Faszination und die Sehnsucht nach
einem besseren Leben auszudrücken. Volle Weiblichkeit, dunkle
,
von weißem Leinen umschmeichelte Haut,
leuchtende Farben und
goldener Schimmer ... Schon die Maler der Renaissance 

weckten in dieser Hinsicht europäische Phantasien.

 

Mit dem Ziel, den Worten Segalens Ausdruck zu verleihen,
erhielt jeder definierte Exotismus ein »Gesicht«.
Die Illustration zum Dossier »Die Undurchdringbarkeit der Rassen« zeigt
einen Aborigine, der – wohl bemerkt aus damals zivilisatorischer Sicht –
neben etlichen anderen »Wilden« ein hohes Potential an
Undurchdringbarkeit aufwies. Es stellt sich die Frage, ob es heute immer
noch so wäre. Im Gegensatz zum Großteil seiner Zeitgenossen,
war Segalen nicht an der Kultivierung von den sogenannten »Naturvölkern«
gelegen. Er empfand die augenscheinliche Andersartigkeit
als Ausdruck von Diversität und als Bereicherung.